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VAGABOND VII
UNSERE SUCHKRITERIEN

Der Kauf eines Bootes ist emotional. Manche Segelboote sprechen uns an, andere lassen uns kalt. Es ist vor allem eine Geschichte voll von Leidenschaft, aber auch von Kompromissen.

Zugegebenerweise sind Anisia und ich bezüglich der Wahl unserer idealen Blauwasser-Yacht sehr anspruchsvoll... 

Hier sind unsere wichtigsten Suchkriterien:  

  • Das erste Kriterium ist natürlich der Kaufpreis. Wir finden auf dem Markt günstige Segelboote aber wir wollten kein "Projektboot" das wir monatelang renovieren müssen... Wir haben in der Vergangenheit genug Zeit und Geld aufgewendet, um Vagabond VI, unseren Oldtimer aus Stahl, zu renovieren...

  • Wir wollen eine für grosse Fahrt ausgerüstete, gepflegte Segelyacht. "Ready to go!" Was soviel bedeutet, dass in naher Zukunft keine grösseren Investitionen zu erwarten sein sollten... 

 

  • Die Grösse sollte maximal 40 Fuss betragen. Unter 12 Metern zu bleiben, ist auch aus finanziellen Überlegungen das erklärte Ziel.  Die Kosten nehmen bei einer Yacht bekanntlich mit zunehmender Grösse exponentiell zu. Hinzu kommen noch gut 10% des Bootswertes als jährliche Wartungskosten.

  • Ein weiteres, sehr wichtiges Kriterium: Ich muss in der Kabine der Yacht Stehhöhe haben! Diese sollte also mindestens 190cm betragen.

  • Wir stellen auch gewisse Ansprüche an die Ästhetik: Es kommt nur ein elegantes Segelboot mit klassischen Linien in Frage.

  • Hergestellt sollte das Schiff aus solidem Polyester sein (vor den 90er Jahren gebaut). Ruder und Welle müssen gut geschützt sein (idealerweise ein Langkieler)Und ein kleines Detail: Wir wollen kein Stahlboot mehr...

  • Wir träumen davon, sehr viel Stauraum zu haben...

 

  • Wir möchten zwei grosse, geräumige Schlafkabinen mit Doppelkoje, idealerweise jede davon mit eigener WC-Kabine und genügend Privatsphäre.

 

  • Wir mögen die Vision, ein gut geschütztes Center-Cockpit zu haben. Mit dem zusätzlichen Vorteil, eine wirklich geräumige Achterkabine zu haben.

 

  • Es sollte eine sehr komfortable, sichere und seetüchtige Yacht sein, nicht zuletzt weil Anisia unter Seekrankheit leidet!

 

 

Eine schicksalshafte Fügung bewegt uns dazu eine Vindö 65 zu kaufen. Es handelt sich um eine 39 Fuss lange, schwedische Ketsch, die sich zur Zeit in Panama auf der Atlantikseite befindet. Der Klassiker erfüllt sogar sämtliche unserer Kriterien! Üblicherweise sind diese Boote auf dem Markt eher selten anzutreffen und haben ihren Preis. Wir hatten das grosse Glück, das Schiff zu einem sehr fairen Preis zu erwerben!

 

Da das Boot sehr gut gepflegt wurde, sieht man dem 44 Jahre alten Klassiker sein Alter in keiner Weise an. Wir hätten uns nichts Besseres wünschen können, als eine Yacht von einem gewissenhaften, perfektionistischen Deutschschweizer zu kaufen. Als zweiter Eigner kümmerte er sich 22 Jahre lang vorbildlich um sein Boot und legte dabei bezüglich der Ausrüstung Wert auf höchste Qualität.

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EIN PAAR INFOS ZUR VINDÖ 65

Die Vindö 65 (L: 11,65 m x B: 3,65 m, Gewicht: 10 t) gibt es in drei verschiedenen Versionen:

  • als Sloop Typ S

  • als Ketsch mit Centercockpit Typ MIX

  • als Ketsch mit Pilot House Typ DS oder MS

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Die Zahl 65 gibt die Segelfläche an und nicht die Länge des Bootes. Der Vindö 65 wurde in mehr als vierzig Exemplaren gebaut. Unser Boot ist eine in nur zwei Exemplaren gebaute Spezial-Edition. Die Vorteile der Version MIX mit Centercockpit und jene der Version mit Pilot House wurden hier vereint. Zudem wurden ein Bugspriet sowie eine Achterplattform hinzugefügt.

 

Die Besonderheit der Vindö-Boote besteht darin, dass sie einen extrem widerstandsfähigen Polyesterrumpf haben. Die Aufbauten der Kabine bestehen jedoch aus massivem Mahagoniholz ​​und die finale Oberfläche des Decks sowie des Kabinendachs aus Teakholz. Aufbauten und Kabinendach wurden bei unserem Boot mit weisser Zweikomponenten-Decksfarbe gestrichen. In den Tropen erreicht man dadurch in der Kabine eine Senkung der Temperatur um mehrere Grad Celsius. Zudem werden die Wartungsarbeiten an Deck erheblich reduziert.

 

Die Vindös sind fantastische Boote mit einer qualitativ hochwertigen Konstruktion und Verarbeitung. Mit einem Ballastanteil von über 40 %, ausgewogenen Linien und einer passenden Segelgarderobe hält eine Vindö auch bei Starkwind und beeindruckendem Seegang zuverlässig und sicher den Kurs. Komfort und Sicherheit sind garantiert. Die Wohnlichkeit des Bootes ist unvergleichlich, aber es ist vor allem die aussergewöhnliche Seetüchtigkeit des Langkielers, die ihr viele Fans auf der ganzen Welt beschert hat.

La superstructure en acajou
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TECHNISCHE DATEN VAGABOND VII

Architekten: John Lindblom & Carl Andersson


Werft: Nötesunds-Werft, Schweden

Baujahr: 1978

Typ: Vindö 65 DS Spezial-Edition, Ketsch                                             
 

Material: GFK (Rumpf und Deck), Vollholz-Mahagoni (Aufbauten Deck) und Teak (Deck Finish)

Länge x Breite: 11.65 m (L. ü. a. 13.00 m) x 3.65 m 

Tiefgang: 1.90 m

 

Verdrängung: 11.0 t

​Flagge: Schweiz


Motor: Yanmar 4 Zylinder Diesel-Innenborder, 54 PS & Bugstrahlruder Vetus

Kraftstofftanks: Haupttank Inox 250 Liter & Reservetank Inox 120 Liter

 

Wasserversorgung: Haupttank Inox 250 Liter & Reservetank Inox 100 Liter, Wassermacher (50 Liter pro Std.), Boiler 20 Liter mit Wärmetauscher, Schwarzwassertank 50 Liter

Segel: Grossegel durchgelattet mit Lazybag & 3 Reffs, Rollgenua, Rollfock, Besansegel, Gennaker, Para-Sail

Ankergeschirr: Ankerwinsch Maxwell VWC 2200 mit Fernbedienung, Hauptanker: Spade inox (25 kg) mit 100 m Kette 8 mm Duplexstahl, Heckanker: Spade Aluminium (Grösse wie Hauptanker), Reserve-Anker: Crown Inox (15 kg) Plattenanker & Stockanker, 50 m Leine 25 mm, 100 m Leine 12 mm

Navigation: Magnetischer Steuerkompass, Echolot kombiniert mit Log und Temperatur, Echolot traditionell, GPS fix mit Anzeige extern, GPS Handy, kombinierter Plotter mit GPS & Sonar mit Navionics, Breitband-Radar, iPad mit Navionics, Notebook mit Open CPN, ca. 300 Seekarten, Windmessgerät mit Anzeige im Cockpit, UKW Funkgerät mit Notruf DSC, AIS-Sender/-Empfänger, Kurzwellen-Funkgerät mit Modem, Satellitentelefon Iridium, magnetischer Peilkompass, Uhr, Barometer, UKW Handfunkgerät

Selbststeueranlage: Windpilot Pacific

Autopilot: Simrad AP 27 mit Hydraulikantrieb

Elektrische Versorgung: 6 Batterien 12 V (je 160 Ah), 5 Solarpanels (450 W), 1 Spannungswandler 12V / 230V 750 W, Windgenerator, Ladegerät 12 Volt, Landstrom-Anschluss 230 V, Generator 2 KW (mobil)

 

Komfort: 

Kombüse: dreiflammiger Kocher mit Ofen, Marine-Kühlschrank, Kühlbox mit Kompressor 12 V
Toilette: 2 Bord WCs mit manueller Seewasser-Spülung
Kojen: Doppelkoje im Bug, Doppelkoje & Einzelkoje im Salon, Doppelkoje achtern
Heizung: Dieselheizung als Zentralheizung, Petroleumheizung als Zusatzheizung im Salon​
Beiboot: Schlauchboot 2.50 m für 4 Personen, 2-Takt Aussenborder 8 PS

Sicherheitsausrüstung: Rettungsring mit Blitzlicht, 4 Automatik-Schwimmwesten mit Sicherheitsleinen, Sicherheitsleine achtern mit Bergungsgurt, automatisch aufblasbare Markierungsboje, fest installierte Bilgepumpe manuell & elektrisch, Rettungsinsel für 6 Personen, Notsender 406 MHz, Notraketen, wasserdichter Kanister für Nahrungsmittel, Angelzeug und Medikamente, Wassermacher (5 Liter pro Std., elektrisch oder manuell)

DIE GESCHICHTE DER VINDÖ YACHTEN

 

Der Gründer der Werft, Carl Andersson, wurde in eine Familie hineingeboren, in der seine Vorfahren mindestens zwei Generationen lang Fischerboote bauten. Die kleine Vindö-Werft gründete er 1928 auf der Insel Orust an der Westküste Schwedens, einer Insel mit langer Tradition im Bootsbau.

 

Vindö-Boote waren, wie Ferenc Mate in seinem Buch „World’s Best Sailboats“ sagte, dafür bekannt die Stärke und Langlebigkeit von GKF-Rümpfen und -Decks mit der Schönheit von wunderschön gearbeiteten, lackierten Mahagoniaufbauten und Teakholzdecks zu kombinieren, um eine der besten Yachten der Welt zu schaffen.

 

Die Boote haben ein klassisches Aussehen, wobei Holzverarbeitung und Handwerkskunst einen hohen Stellenwert haben, während sie zuverlässig und ausgezeichnet zu segeln sind. Ihre Blütezeit reicht zurück in die späten 1960er bis Ende der 1980er Jahre. Die Werft entwickelte und baute Langkielboote im Bereich von 28 bis 38 Fuss. Die Typenbezeichnung erfolgt, wie damals üblich, nach der Segelfläche. Die 32, 50, 40 und 45 sind die bekanntesten Typen der Vindöfamilie. Sie bauten auch einige grössere Yachten, die 65 und die 75.

Die Rümpfe bestehen, wie bereits erwähnt, aus sehr solidem GFK, die Aufbauten aus Vollholz-Mahagoni und die finalen Decksflächen aus Teakplanken. Das gibt den Booten ein aussergewöhnlich schönes Aussehen, macht sie aber gleichzeitig auch teuer in der Herstellung und etwas anspruchsvoller in der Wartung. Andere Werften wie Hallberg Rassy oder Najad haben ebenfalls qualitativ sehr gute Yachten gebaut, jedoch ohne den gleichen Holzaufwand und zu einem niedrigeren Preis. 1962 kommt der Deutsche Christoph Rassy nach Schweden und sucht einen Job. Er erhält auf der Vindö-Werft eine Anstellung und arbeitet dort mehrerer Jahre, bevor er zuerst seine eigene Werft gründet und sich schliesslich mit seinem Konkurrenten Halberg zusammenschliesst.

 

Vindö baute in der Folge weiterhin die gleichen, qualitativ hochwertigen Boote. Um jedoch mit den neuen Modellen der Mitbewerber auf dem Markt konkurrenzfähig zu bleiben, verkauften sie diese mit Verlust. Nach mehreren Insolvenzverfahren musste die Werft ihre Bootsproduktion 1990 leider definitiv einstellen.

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EINIGE LINKS ZU INFOS ÜBER VINDÖ YACHTEN

 

Ein recht aufschlussreiches Video von "Captain Q", in dem eine Vindö 50 mit Baujahr 1974 (35 Fuss) präsentiert wird:

https://www.youtube.com/watch?v=dTluZAHj2c0&t=331s

Ein schweizerisch-amerikanisches Segler-Paar, das eine Vindo 32 (28 Fuss) renoviert und damit im Mittelmeer sowie in den französischen Kanälen segelt:

https://www.youtube.com/c/SailingMagicCarpet/videos

Ein deutsches Segler-Paar, das mit einer Vindo 45 (33 Fuss) eine Blauwasser-Reise von Deutschland nach Französisch-Polynesien machte:

https://www.youtube.com/c/ThulaSailing

 

Link zu einer Publikation über Vindö-Boote im Buch "World's Best Sailboats” von Ferenc Mate (in Englisch):